Aufsatz | Keynes und die Zukunft der Ökonomie

Ivo De Gennaros Aufsatz versucht einen Schritt in die Richtung einer Erörterung des neuzeitlichen ökonomischen Denkens nach Adam Smith. Den Anlass zu diesem Versuch bildet ein Text von John Maynard Keynes, in dem dieser bereits auf die künftige Lösung des “ökonomischen Problems” – nämlich des für die Menschheit bislang bestimmenden Problems der so genannten absoluten Bedürfnisse – vorausblickt.

Die durch technischen Fortschritt und Kapitalakkumulation in absehbarer Zeit erreichbare Befreiung des Menschen von der vorrangigen Sorge um jene Bedürfnisse bezeichnet Keynes als „ökonomische Seligkeit“. Erst in dieser Seligkeit – der für immer gesicherten Muße – kann der Mensch eigentlich Mensch werden. Somit stellt sich die Ökonomie selbst dar als das Wissen von der Bedingung für die volle Menschwerdung des Menschen, der, einmal angelangt im „gelobten Land“, kaum mehr mit der inzwischen von wenigen Fachleuten besorgten ökonomischen Sphäre in Berührung kommt.

*

»Denn: was ist das Leben auf der Erde – bloß für sich genommen und auf sich beschränkt? Ist es nicht ein end- und sinnloses Verfliegen und Vergehen, darin durch alles Aufblühen schon das Verwelken, in allem Wachstum der Niedergang, aus jeder Geburt das Hinscheiden hervorblickt? Darf der Mensch in diesem Leben auf eine letzte ihn aufnehmende Gunst, auf eine Wahrheit vertrauen?«

Eduard Habicher, Rosso-fuoco, 2006

De Gennaro — “The promised land”

Seminar | Platon und Aristoteles zur Sprache (Kratylos, De interpretatione)

Im Sommersemester findet am Zentrum für Klassikstudien der Universität Regensburg ein Seminar zur platonisch-aristotelischen Bestimmung der Sprache statt.

Im Ausgang von der Lektüre ausgewählter Passagen aus dem platonischen Dialog Kratylos und der aristotelischen Untersuchung De interpretatione soll im Zentrum der Veranstaltung die Frage nach Sprache und Wahrheit stehen. Damit einher geht eine Bestimmung der ontologischen Herkunft der Sprache im modernen Sinne, nämlich als Information und Kommunikation.

Eduardo Chillida, Elogio del Horizonte, Gijón (1990)

Platon und Aristoteles zur Sprache

 

Essai | L’auto-critique heideggérienne


Dans cet essai, Henri Crétella revient sur le sens de l’inapparent chez Heidegger.

« Une phénoménologie de l’inapparent » : ainsi, le philosophe a-t-il caractérisé, au terme de son dernier séminaire, « la pensée demandée » à laquelle il s’est consacré. Ne pas s’y tromper cependant : le préfixe in- dans cet « inapparent » doit être entendu, tel qu’en français : doublement. Il ne se borne pas à signaler ouvertement le non-apparent, mais sous-entend plus finement qu’il y a un cela grâce à quoi : un ce en quoi apparaît tout ce qui apparaît. À savoir le langage : lequel est à concevoir dans l’acception sémiologiquement renouvelée que Saussure nous en a léguée.

Il devient ainsi possible de déceler selon quel inédit troisième temps s’est ordonné l’itinéraire de pensée de l’auteur d’Être et temps : après cette percée dans la détermination de l’existant, puis son « tournant » dans celle de l’avenant, leur débouché dans une pensée doublement renouvelée de l’identité même : comme vérité et simultanément corporéité.

*

« A-t-on observé comment en effet nous advient la pensée ? Est-ce autrement que silencieusement : dans la questionnante attente précédant le mot qui pourrait en exprimer la visée, mais qui aussi bien pourrait demeurer en attente à jamais ? »

Alberto Giacometti, L’Objet invisible (Main tenant le vide) (1934-35)

Crétella — L’auto-critique heideggérienne

Lettura | Arte e politica

Nella breve lettura qui pubblicata, Heidegger tocca la complessa questione del rapporto geniturale tra il pensare mediante valori e l’arte.

Come si configura il creare artistico nell’epoca della “dittatura del valore” e della “politica culturale”? Che diviene l’opera d’arte quando s’impone la necessità “aziendale” di una sua valutazione? Qual è, in questo caso, il senso della sua fruizione? E, conseguentemente, che diviene il valutare stesso inteso quale fonte di misura?

Può dunque quest’epoca pensare e intendere le opere d’arte “passate” lasciandole parlare nella loro luce d’origine?

«… wenn schon “Bewertungen” das erste sind, dann sagt dies, daß jetzt die “Werke” keine Wahrheit als Macht mehr in sich bergen… »

«Und wenn diese Bewertung nur noch lautet: “nicht schlecht” – wenn dies schon ein Erfolg ist und auf eine Leistung geht, dann hat selbst das Bewerten seine maßgebende Kraft verloren … »

«… der Kulturbetrieb freie Bahn bekommen kann und dabei sich auf das Gewesene berufen darf, als sei dieses fest in seiner Größe nur von Gnaden der heutigen Findigkeit.»

 

Paul KleeMaske der Furcht (1932)

Heidegger — Arte e politica